
Roboterschweißen Anlage
Der in unserem Betrieb eingesetzte Schweißroboter hat 6 frei programmierte Achsen, wobei es sich bei der Achse 1 um eine Linearverfahrachse und bei den Achsen 2 bis 6 um Drehachsen handelt. Außerdem besitzt unser Sonderbau eine weitere Achse in Form eines beweglichen Tischs.
Alle Achsen werden durch bürstenlose AC-Servomotoren angetrieben und sind mit einem absoluten Messsystem ausgestattet, welches die elektrischen Impulse an die Steuerung weitergibt. Um bei Stillstand oder Stromausfall die Achsen in Position zu halten, sind an allen Motoren Bremsen angebracht.
Auf der Länge von 12,00 m verteilen sich bei unserem Sonderbau 3 Kabinen mit insgesamt 4 Stationen. Die Besonderheit bei diesem Modell liegt darin, dass er 6 Achsen plus einer Zusatzachse hat. Diese Zusatzachse (erste Station) besteht aus einem beweglichen Tisch, auf dem die Schweißvorrichtungen befestigt werden. Durch die optimierte Beweglichkeit und der zusätzlichen Drehmöglichkeit ist auch das Arbeiten in sehr engen Arbeitszonen kein Problem.
Die Stationen 2 und 3 sind durch einen Drehtisch gekennzeichnet, das heißt, dass das Roboterschweißen bzw. 3D-Plasmaschneiden auf einem drehbaren Tisch geschieht, welcher in der Mitte durch eine Wand abgetrennt ist. Während der Roboter das eine Werkstück bearbeitet wird auf der anderen Seite die fertige Schweißkonstruktion entfernt und neue Werkstücke in die Schweißschablone eingelegt. Da auf beiden Seiten des Tisches im gleichen Tempo gearbeitet wird, ist der Zeitaufwand gering und damit auch die Kosten minimiert.
Die vierte Station bildet das 3D-Plasmaschneiden.
Mit dieser Ausrüstung ist das Roboterschweißen mit den Verfahren MIG-Roboterschweißen und MAG-Roboterschweißen möglich. Bei beiden Verfahren handelt es sich um Schutzgasschweißverfahren.
Beim Metall-Aktivgas-Roboterschweißen (MAG) sowie beim Metall-Inertgas-Roboterschweißen (MIG) brennt ein Lichtbogen zwischen dem schmelzenden Schweißdraht und dem Werkstück, wobei der Schweißdraht als stromführende Elektrode und als Schweißgut dient. Die Elektrode ist von einem Gas umgeben, welches den Vorgang vor der Außenluft schützt und später die Schlacke bildet.
Der Unterschied dieser beiden Schweißverfahren liegt darin, dass beim MIG-Roboterschweißen ein Inertgas, bei uns ist es Argon, verwendet wird. Dieses Gas alleine geht keine Verbindung mit dem Schmelzgut ein.
Beim MAG-Roboterschweißen wird dieser Vorgang mit Hilfe von einem Argon-Kohlendioxidgemisch durchgeführt, dieses Aktivgas beteiligt sich am Prozess zwischen dem Lichtbogen und dem Schweißzusatzstoff.
Vorteile beim MAG-Roboterschweißen:
- hohe Verarbeitungsgeschwindigkeit
- geringer Verzug im Bauteil
- hohe Schweißnahtfestigkeit
- sehr geringe Schlackebildung
- leichte Anpassung an Materialien und Materialiendicke
Vorteile beim MIG-Roboterschweißen:
- kontrollierte Durchschweißung von einer Seite
- gute Positionsschweißbarkeit
- Nähte gleichmäßig dünn
- Keine Nacharbeit nötig
- Schnell und produktiv
- Saubere Schweißnähte